Bitte? Bitteschön!

Es gibt Worte, die eine große Kraft haben und viel bewirken können.

BITTE und DANKE sind solche Worte. Sie haben so eine große Wirkung, wenn sie richtig ausgesprochen werden.
Und genauso, wenn sie NICHT ausgesprochen werden…

Warum sagen wir eigentlich- BITTE?- und warum BITTESCHÖN?
Was bedeuten diese Worte denn wirklich?

 

 

• Bitte?

Hier geht es um das Bitten. Um Hilfe bitten. Manchmal fällt das so leicht und manchmal machen wir uns Dinge leicht, in dem wir andere um Hilfe bitten. Bei Dingen, die einem selber nicht so viel Spaß machen oder auf die man keine Lust hat. Kleinigkeiten.
Nimmst du den Müll gerade noch mit runter? Bitte?

Andererseits ist es so schwer eine Bitte zu äußern, wo wir wirklich Hilfe benötigen.

• Wenn ich eine Bitte äußere, ist das viel mehr als eine einfache Frage.

Bitte – bedeutet, dass ich sehe, dass ich etwas benötige, etwas brauche. Und dass ich das nicht alleine machen kann oder möchte. Oder dass jemand anderes hat, was ich brauche oder gerne hätte. Ich gebe mir Blöße. Es bedeutet, dass wir auf Hilfe angewiesen sind.
Wo wir so gerne Einzelkämpfer sein möchten. Wo wir an unserem Stolz vorbei müssen und Hilfsbedürftigkeit, Schwäche oder einfach Bedarf zeigen müssen. Oder dürfen.

Um Hilfe zu bitten oder um Rat zu fragen (oder z.B. nach dem Weg 🙂 ), wird von vielen als Schwäche angesehen.

• Aber ist um Rat zu fragen oder um Hilfe bitten eine Schwäche? Ist das so?

Wenn man es objektiv betrachtet, ist es doch nur effizientes Nutzen von vorhandenen Kräften und Wissen!
Mir fehlt Wissen, Kraft oder eine Ressource und jemand anderes hat es. Sich mühsam alles selber zu erarbeiten ist viel ineffektiver, als denjenigen zu fragen, der sich damit auskennt.

• Und wie geht es dem Gegenüber?

Wenn jemand mich um Hilfe bittet – Was kommt bei mir an?
Ich überlege, ob ich helfen kann, ob das zeitlich etc. möglich ist.
Oft freue ich mich, wenn ich helfen kann.
Sehe ich den anderen als schwach? – Nein.
Sehe ich den anderen als unfähig? – Auch nicht
Das Schwächegefühl ist also alleine in mir – ein selbsterzeugtes Gefühl.

• BITTE macht den großen Unterschied

Das, was den großen Unterschied macht, ist dieses kleine Wort – Bitte.
Hilfst Du mir? Bitte?
Dieses Wort ändert den Klang, das Gefühl – von einer Selbstverständlichkeit, die meine Hilfe voraussetzt zu einer Anfrage.
Dann helfe ich gerne 🙂

Und ich  kann dann sagen:

• Bitteschön! Gern geschehen!

Hier geht es ums Geben. Bitteschön kann ich sagen, wenn ich von Herzen gebe. Wenn ich Dinge bewusst tue – nicht weil ich MUSS, sondern weil ich WILL!
Und dann helfe/gebe ich mit Freude und sage: Bitteschön!
Ich gebe etwas, der andere erkennt es an – indem er sich bedankt und ich freue mich.

• Denn – ich habe etwas zu geben:

Ich KANN etwas, HABE etwas, das ein anderer braucht oder haben möchte. Wenn ich dann noch von Herzen geben kann, einfach, weil es schön ist zu geben, bin ich als Gebender genauso beschenkt, wie derjenige, dem ich helfe.

Voraussetzung dafür, von Herzen zu geben, ist es, erstmal selber etwas zu haben oder zu erlernen. Dann benötige ich auch noch GENUG davon. Und erst, wenn ich selber genug habe, kann ich wirklich von Herzen geben.

 

• Deshalb sind diese Worte so wichtig!

Und ich möchte beim nächsten Mal noch viel bewusster sein und diese Worte von Herzen sagen – und nehmen und geben üben!

 

Wie geht es Euch mit Bitten und Geben?
Fällt es Euch leicht?
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2 comments for “Bitte? Bitteschön!

  1. März 18, 2017 at 3:19 pm

    Bittet und es wird euch „Aufgetan“ usw. so steht es schon im Neuen Testament.
    Bitten kommt vermutlich aus dem Wortstamm „Bieten“ … und mein soviel wie Teilhaben am Anderen, ihn Wahrnehmen, ihn „nützen“ können und mit einbeziehen in den Lebensfluss.
    Wenn niemand anderer da ist dann können wir unsere Organe bitten, gesund zu sein und Gott bitten wohlbehalten weise durch unsere Aufgaben auf diesem Lernplaneten geleitet zu werden.
    Offen zu bleiben und nicht egozentrisch zu verhärmen. Dann darum zu bitten danken zu können.

  2. März 18, 2017 at 3:27 pm

    Bitteschön: Meint die Art und Weise wie ich eine Bitte dem der sich anbietet nahezubringen oder zu erfüllen. „Schön“ war in früheren Zeiten mit artiger Unterwürfigkeit verbunden,
    wenn man zum Fürsten ging um sein Wohlwollen zu erwerben. Heutzutage geht es mehr darum
    das „Ego“ des anderen zu erweichen und seine Unterstützung zu erlangen. So bieten wir einen entsprechenden Ton, oder ein Lächeln statt einen „Befehl“ an. Dann wird das Du eventuell
    motiviert zu dienen; dass hilft dann ihm selbst mit Freude zu handeln für einen anderen.

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